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Halcyon days

the beach at jimbaran, bali, indonesia

Nachts

Eine Häsin erklärt am Ende der Welt einem Fuchs gerade die Gutenachtgeschichte auf Russisch. Am andern Ende der Welt hocken unendliche Affen in ihren unendlichen Affenbrotbäumen und prügeln auf Schreibmaschinen ein. Unten zwischen den Bäumen rennt Herr Müller Zickzack, damit er nicht von herabstürzenden Shakespeare-Sonetten erschlagen wird. Das unendliche Rennen schnürt ihm den Hals zu. Herr Müller sieht gerade noch, wie sich eine Plüschkrokodiele zu den Affen gesellt, bevor er erstickt.

Keuchend und ganz außer Atem und naturgemäß schweißgebadet wacht Herr Müller auf. Und ebenso naturgemäß erleichtert.

Bis er feststellt, dass er sich kaum bewegen kann. Seine Hand, die er gerne dahingehend bewegen würde, die Nachttischlampe anzuzünden, lässt sich nur Millimeter um Millimeter über das Laken schieben. Es dauert die panische Ewigkeit einer Zeitlupe, bis er den Schalter endlich zu fassen kriegt. Er hört das Klicken beim Klicken des Schalters und darauf das homerische Lachen der Nachttischlampe im nach wie vor Dunkeln. Dann ist plötzlich das Bett unter ihm verschwunden und mit ihm der Fußboden, und er fällt und fällt im Dunkeln und ins Bodenlose. Herr Müller hört sich schreien.

Herr Müller wacht auf. Mit einem Ruck und naturgemäß schweißgebadet.

Grässlich, diese Träume, denkt er. Ich habe Durst, denkt er auch noch. Er steht auf, weil er sich ein Glas Wasser holen will, und findet sich unvermittelt in der Wohnung von B. wieder, die ihn doch schon vor vielen Jahren verlassen hat. Von der Kante des Bettes aus, wo er steht, sieht er B. waagrecht in der Küche schweben und mit einer Machete Kartoffeln schälen. Herr Müller möchte sich B., die inzwischen eher wie A. aussieht, bemerkbar machen, aber sein Mund ist verschwunden oder seine Zunge oder die Stimmbänder. Auch seine Füße sind weg oder dann angewurzelt oder einbetoniert. A., die sich unterdessen in G. verwandelt hat und nur eine linke Brust hat, aber keinen Bogen, sondern immer noch die Machete in der Hand hält, schwebt nackt auf ihn zu, holt aus und schlägt ihm ohne erkennbare Gemütsregung kurzerhand den Kopf ab.

Herr Müller wacht auf. Schwer atmend, zitternd und schweißgebadet.

Er lauscht, bewegt probehalber seine Fingerspitzen, räuspert sich hörbar und öffnet dann die Augen. Dieses Mal ist alles normal.

Das ist doch nicht normal, denkt Herr Müller erschrocken.

Und wacht darob ein weiteres Mal auf.

Star Wars

After updating my iPhone soft to version 2.2.1, I found a couple lines in the system log reading:[0x0-0x4xxxc].com.apple.iTunes[860]: MobileDevice: AMDeviceConnect: This is not the droid you’re looking for. Move along, move along.

Funny, Apple, sooo friggin’ funny!

Kontrabac#ist

Letzte Nacht davon geträumt, einen Kontrabass zu spielen. Heute im Netz recherchiert, was so ein Instrument mich kosten würde. Und wieder mal in Vitous’ «Emergence» reingehört.

Mutanten

Gelesen: «Das Grippevirus mutierte unkontrolliert.» – Gedacht: «Genau wie meine Frisur.»

Scorpion and frog

And now I’m going to tell you about a scorpion. A scorpion wanted to cross a river, so he asked a frog to carry him. “No,” said the frog. “No, thank you. If I let you on my back you may sting me, and the sting of the scorpion means death.” “Now where,” asked the scorpion, “is the logic of that? No scorpion could be judged illogical. If I sting you, you will die—I will drown.” The frog was convinced and allowed the scorpion on his back, but just in the middle of the river he felt a terrible pain and realized that after all the scorpion had stung him. “Logic,” cried the dying frog, as he started under, bearing the scorpion down with him. “There is no logic in this.” “I know,” said the scorpion, “but I can’t help it—it’s my character.”

A fable of Aesop’s as told by Mr Arkadin in Orson Welles’ “Confidential Report”

Remains of a journey

Was von einer Reise so bleiben kann: eine Focaccia (Prosciutto crudo, Mozzarella) kurz bevor der Zug in Monterosso – leider mit mir an Bord – abfuhr. Vieles anderes, was sich während dieser Tage am Meer so ereignet hat, wird wohl für immer privat bleiben müssen. Sorry for that, folks! Aber so viel soll immerhin verraten werden: Das Wetter war durchzogen.

 

Herr Müller

twas ist nicht in Ordnung – irgend etwas ist ganz und gar nicht in Ordnung.

Herr Müller wacht ob diesem Gedanken auf. Die Wörter stehen noch im Raum, als hätte sie jemand anderes ausgesprochen, der ebenfalls im Raum steht.

Herr Müller greift mit einer ausladenden Bewegung neben sich. Natürlich ins Leere. Natürlich.

Er schüttelt sich, bevor es ihn schüttelt.

Irgend etwas ist ganz und gar nicht in Ordnung.

Alles ist ruhig. Herr Müller steht auf. Die Wohnung im Halbdunkel ist wie immer. Er geht auf den Balkon. Wie immer. Die Eisenbahnlinie totenstill wie immer um diese nächtliche Zeit. Wie immer der kleine Ausschnitt nördlichen Himmels, den die Häuser beim Zusammenrücken noch freigelassen haben. Die Ekliptik, da wo die Post abgeht, ganz woanders.

Die Venus ist Morgenstern, denkt Herr Müller.

Er blickt nach Norden, zu den Sternen. Da irgendwo ist Stockholm, denkt Herr Müller auch noch.

Und er denkt: Ich geh wohl besser wieder schlafen. Alles ist in Ordnung.

Irgend etwas ist ganz und gar nicht in Ordnung, denkt Herr Müller als Letztes, bevor er wieder einschläft.

Ja. Gut.

So ist das schon besser. Am Morgen im Zug gegen den Verwaltungsangestellten- und Bankermob ein paar Seiten Bernhard lesen. Und sich dann ab Zürich Enge, wo sich die Eisenbahn ausgekotzt hat, bis HB wohlig noch ein paar Minuten in der grandiosen Arroganz des Scheiterns räkeln.

Round midnight

Voller Mond ist selten schüchtern
wird es erst, wenn wieder nüchtern

c#, /dicht/end

Ich beginne es in Erwägung zu ziehen,
eben doch ein Bergler zu sein

Berglandschaft